Fossil des Jahres 2015

Arthropleura - ein Gigant der Erdgeschichte! Mit einer Länge bis zu 2,50 Metern ist Arthropleura armata der größte jemals landbewohnende Gliederfüßer. Die Art lebte etwa vor 330 bis 290 Millionen Jahren, entdeckt wurden erste Fossilien schon sehr früh, vor mehr als 160 Jahren. Dieses ausgestorbene Tier wurde aufgrund seiner wissenschaftshistorischen Bedeutung zum Fossil des Jahres 2015 gewählt.

Als Hermann von Meyer im Jahre 1853 in einer brieflichen „Mittheilung an Professor Bronn“ den Namen Arthropleura armata einführte und die damit benannten Fossilien knapp ein Jahr später gemeinsam mit Hermann Jordan beschrieb, lagen den Autoren nur bruchstückhafte Reste eines eigentümlichen Gliederfüßers aus dem Oberkarbon des Saarlandes vor, die sie als „Leib-Ringe eines größeren Krusters“, eines Krebstieres deuteten. Obwohl man bald in fast allen Steinkohlenrevieren Europas vollständigere Panzerteile sowie isolierte Extremitäten fand, waren das Aussehen von Arthropleura und deren systematische Stellung lange Zeit unklar. Besonders bedeutsam war deshalb der Fund eines fast vollständigen Tieres von ca. 90 cm Länge 1935 in der Grube Maybach im Saarland. Aber auch diesem fehlten Kopf- und Hinterende, so dass nur eine ungefähre Rekonstruktion möglich war. Isolierte Panzer und Extremitätenfunde, die mehr als doppelt so groß sind wie die des Maybach-Exemplares sowie bis um 40 cm breite Fährten zeigen, dass die Tiere eine Länge bis zu 2,50 m erreichten! Damit ist Arthropleura der größte jemals landbewohnende Gliederfüßer, ein Gigant der Erdgeschichte. In den letzten Jahren wurden auch immer mehr zusammenhängende Teile der Bauchseite (Freital in Sachsen) und aus dem Kopfbereich (Saarland) gefunden. Noch nicht bekannt sind die Antennen, die Augen und die Mundwerkzeuge. Eindeutige Nachweise dieses Tieres reichen vom späten Unterkarbon bis in das Unterrotliegend von Europa und Nordamerika und somit über einen Zeitraum von etwa vor 330 bis 290 Millionen Jahren.

Wie die Körperfunde aus dem Anstehenden, vor allem aus dem Visé von Chemnitz, dem Saar-Karbon und aus dem Unterrotliegend im Thüringer Wald zeigen und wie es die Fährten in Schottland, von Nova Scotia in Kanada und in New Mexico (USA) eindeutig belegen, lebte Arthropleura bevorzugt in Flusslandschaften mit lockerer, meist von Schachtelhalm-Bäumen (Calamiten) geprägter Vegetation.

 

 

Fossil des Jahres 2014

Sie lebte vor mehr als 185 Millionen Jahren und erreichte Größen von fast 20 Metern. Viele kennen sie aus dem Posidonienschiefer Süddeutschlands oder großen Museen: die Riesen-Seelilie Seirocrinus subangularis, auch bekannt als "Schwäbisches Medusenhaupt" oder "Caput Medusæ". Wie der Vorstand der Paläontologischen Gesellschaft in Frankfurt/M. mit Jahresbeginn bekannt gab, wurde diese ausgestorbene Tierart aufgrund seines Bekanntheitsgrades und seiner wissenschaftshistorischen Bedeutung zum Fossil des Jahres 2014 gewählt.

Anders als der Name auf den ersten Blick vermuten lässt, handelt es sich bei Seelilien keineswegs um Pflanzen, sondern um Tiere, die zu den meeresbewohnenden Stachelhäutern gehören und mit Seeigeln und Seesternen verwandt sind. Das (Innen-)Skelett der Seelilien ist aus abertausenden aus Kalk bestehenden Einzelelementen aufgebaut, die durch Bindegewebs-Fasern zusammengehalten werden. 

Seelilien, auch Crinoiden genannt, traten in der Erdgeschichte erstmals im frühen Erdaltertum vor ca. 480 Millionen Jahren, auf und waren mit langen Stielen im oder auf dem Meeresboden verankert. Ihre aus einem Kelch und mindestens 5 Armen bestehenden Kronen waren im Wasser zumeist entgegen der Wasserströmungen ausgerichtet, mit ihrer Hilfe konnten sie Plankton als Nahrung fangen. Im gesamten Erdaltertum, bis vor 250 Millionen Jahren, waren solche gestielten Seelilien in den Meeren sehr häufig anzutreffen und bildeten oftmals ganze "Unterwasser-Wälder". Den Beginn des Erdmittelalters erlebten jedoch nur noch wenige dieser Crinoiden; bei sinkender Diversität und teilweise veränderten Lebensräumen erschienen neue Arten mit stark reduzierten Stielen, von denen viele auch in der Lage waren aktiv zu schwimmen. Heute sind nur noch weniger als 200 Arten gestielter Seelilien bekannt, die ausschließlich in Tiefwasser-Bereichen leben.

Seirocrinus subangularis - das Fossil des Jahres 2014 zeichnete sich hingegen durch eine besondere Art der Lebensweise aus - die Larven dieser Seelilie besiedelten Treibhölzer, auf denen sich (je nach Größe des Stammes) mit dem Wachstum der Tiere mehr oder weniger große Kolonien entwickeln konnten. Auf diese Weise ließen sich die Seelilien mit der Strömung treiben - eine spezielle Lebensweise, die als pseudoplanktonisch bezeichnet wird. Seirocrinus zeichnete sich durch einige besondere Merkmale aus, zu denen zum einen ein extrem verlängerter und sehr biegsamer Stiel gehörte, mit dem Längen von über 15 Metern erreicht werden konnten. Die Kelche und Kronen dieser Seelilien waren außerdem im Durchmesser stark vergrößert (teilweise >1 Meter), mit bis zu 20 Hauptarmen, die zusätzlich fein verzweigt waren. Aufgrund dieser Merkmalskombination fungierten die Seirocrinus-Kronen als eine Art Schleppnetz zum passiven Einfangen von Plankton während des "Dahintreibens". 

Besonders vorzüglich erhaltene Kolonien von Seirocrinus sind aus bituminösen Schwarzschiefern Süddeutschlands (beispielsweise Ohmden bei Boll oder Holzmaden, Württemberg), und Englands bekannt; weitere Funde sind erst kürzlich in Kanada und Japan gemacht worden.

Das Originalexponat, auf dessen Grundlage die wissenschaftliche Beschreibung der Art basiert, befindet sich seit 1827 in Göttingen; heute in den Sammlungen des Geowissenschaftlichen Museums der Universität und ist dort auch in der Ausstellung für Besucher öffentlich zugänglich. Berühmtheit erlangte das "Fossil des Jahres 2014" als es vor 290 Jahren, 1724, vom Stuttgarter Hofprediger und Doktor der Theologie, Eberhard Friedrich Hiemer, ausführlich als Caput Medusæ oder Medusenhaupt beschrieben wurde. Hiemer verglich seinen gut 1 Quadratmeter großen Fund von Ohmden bei Boll mit gerade erst veröffentlichten modernen Stachelhäutern aus dem Arktischen Meer und erklärte, dass der Grund des Württembergischen Vorkommens dieses Fossils in der in der Bibel beschriebenen "Sündflut, deren Schwall ihm für die Überbrückung jeglicher Entfernung groß genug erschien" läge. Mehrere Ehrungen wurden Hiemer für seine vorzügliche Beschreibung von Seirocrinus zu teil; auch wurde sein 1724 veröffentlichter Kupferstich mehrfach "abgekupfert" und in berühmten Werken nochmals abgebildet. So beispielsweise in der "Kupfer-Bibel" des Schweizer Naturforschers Johann Jakob Scheuchzer (1731), oder dem "Steinreich" von Johann Ernst Immanuel Walch (1762), wie auch in der deutschen Übersetzung von Carl von Linnés "Natursystem des Mineralreichs" (1779). 

Neben der in Göttingen ausgestellten Originalplatte, die alle Wirren der Zeit bis heute unbeschadet überstanden hat, sind weitere herausragende Stücke des Fossils des Jahres 2014 in anderen naturkundlichen oder paläontologischen Museen ausgestellt. So unter anderem im Urweltmuseum Hauff in Holzmaden (www.urweltmuseum.de), dem Berliner Naturkundemuseum (www.naturkundemuseum-berlin.de) sowie der Paläontologischen Sammlung an der Universität Tübingen.

Fossil des Jahres 2013

Auf der Jahrestagung zum 100-Jährigen Jubiläum der Paläontologischen Gesellschaft in Berlin vom 26. bis 28.9.2012 wurde dem Gomphotherium von Gweng aus der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie in München der Preis Fossil des Jahres 2013 verliehen. 

Das Skelett des Gomphotheriums von Gweng (Mühldorf, Bayern) bildet seit über 30 Jahren den majestätischen Mittelpunkt des Paläontologischen Museums in München. Dieser kolossale Ur-Elefant mit vier Stoßzähnen und einer imposanten Größe von drei Metern Schulterhöhe und fünf Metern Körperlänge lebte vor zehn Millionen Jahren im mitteleuropäischen Raum. Eindrucksvoll repräsentiert das Skelett nicht nur die bis vor fünf Millionen Jahren in Europa beheimatete subtropische Fauna, sondern auch die einstige Vielfalt der Rüsseltiere, die bis in das Eiszeitalter fast weltweit verbreitet waren und von welchen heute nur noch die asiatischen und afrikanischen Elefanten übrig geblieben sind. Die Entdeckung des Gomphotheriums von Gweng im Jahre 1971 ist bis heute eine paläontologische Sensation. Nach wie vor stellt es einen der weltweit äußerst seltenen Funde voreiszeitlicher Rüsseltierskelette dar. Seine Bergung aus dem Bett des Inn war eine logistische und präparative Meisterleistung. Die 170 erhaltenen Einzelknochen bilden einzigartiges Vergleichsmaterial für jeglichen Aspekt zur Erforschung der Evolution des Elefantenskeletts. Die Originalknochen und -zähne werden in den Sammlungsräumen der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie aufbewahrt, um jederzeit Wissenschaftlern für Untersuchungen zur Verfügung zu stehen. Abgüsse des Skeletts können neben München, im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt, im Naturhistorischen Museum Basel und in Japan im City Museum Sendai besichtigt werden. Nur einmal im Jahr, am Tag der offenen Tür, öffnet das Paläontologische Museum seine sonst für die Öffentlichkeit verschlossenen Pforten, um einen Blick auf die Originalknochen des Gomphotheriums von Gweng werfen zu lassen.

Fossil des Jahres 2012

Von Brachiosaurus brancai wurden mehrere Teilskelette und ein außerordentlich gut erhaltener und vollständiger Schädel aus etwa 150 Millionen Jahre alten Sedimentgesteinen in der Umgebung des Tendaguru-Hügels geborgen. Die Vielzahl der gut erhaltenen Knochen macht diese Art zum größten, jemals so vollständig dokumentierten Dinosaurier. Die für die berühmte Skelettrekonstruktion im Museum für Naturkunde Berlin verwendeten Knochen des Brachiosaurus wurden schon im Jahre 1909 gefunden und bilden seit 1937 das Herzstück der Ausstellungen des Museums. Nachdem es über Jahrzehnte mit reptilartig abgespreizten Gliedmaßen aufgestellt war, wurden dem Skelett bei der Neu-Montage 2005 gerade unter dem Körper stehende Beine und eine weitaus dynamischere Haltung verliehen. Mit seinen 13,27 m Höhe (allein der Hals ist mehr als 9 m lang) ist es das weltweit höchste montierte Dinosaurierskelett und bringt Besucher wie Wissenschaftler zum ehrfürchtigen Staunen. Brachiosaurus brancai gehört zu den Sauropoden, riesigen Pflanzen fressenden Langhalsdinosauriern, die die größten Landtiere darstellen, die je auf der Erde gelebt haben. Im Gegensatz zu anderen Sauropoden besitzt er aber eine einzigartige „giraffenhafte“ Statur: die im Verhältnis zu den Hinterbeinen verlängerten Vorderbeine, einen im vorderen Rumpfbereich buckelartig erhöhten Widerrist und die vermutlich nahezu senkrechte Stellung des Halses. Dank einer raffinierten Leichtbaukonstruktion mit Luftsäcken zur Unterstützung der Atmung sowie einem komplizierten Spangen- und Hohlraumsystem an den Wirbeln war das Gewicht des Tieres trotz der gigantischen Größe überschaubar: derzeit wird es auf „nur“ 26 Tonnen geschätzt.

Die Überreste dieses gigantischen Dinosauriers wurden während der legendären Deutschen Tendaguru-Expedition entdeckt, die bis heute als einer der größten und erfolgreichsten wirbeltierpaläontologischen Expeditionen aller Zeiten gilt. Zwischen 1909 und 1913 wurde in der damaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika unweit der Stadt Lindi im heutigen Tansania eine der größten Saurierlagerstätten der Welt ausgegraben. Insgesamt wurden 235 Tonnen an Dinosaurierknochen geborgen und nach Berlin gebracht. Bis zu 500 einheimische Arbeitskräfte beteiligten sich damals gleichzeitig an den Grabungsaktivitäten.

Fossil des Jahres 2011

Die 1,72 m breite und 3,06 m hohe Fossilplatte zeigt drei Skelette des xenacanthiden Süsswasser-Hais aus dem saarpfälzischen Rotliegend (Meisenheim-Formation, M 6, Perm; nach Heidtke 2007). Sie wurde von einem Grabungsteam um Arnulf und Harald Stapf vom Paläontologischen Museum Nierstein bei Niederkirchen in etwa 30 Einzelplatten ausgegraben und seit 2007 fast 1,5 Jahre lang am Naturhistorischen Museum Schleusingen mit dem Druckluft-Präparierstichel durch Georg Sommer präpariert.

Die drei Skelette gehören zu der vor etwa 290 Millionen Jahren in der Rotliegend-Zeit weit verbreiteten Haifamilie Xenacanthidae, die seit der Ober-Trias als ausgestorben gilt. Auffällig sind der freie Rückenstachel (Dorsalstachel), die niedrige, lang aushaltende Rückenflosse (Dorsalis) und die eigentümliche Gestalt von Schwanz- (Caudalis) und Analflossen. Auch die Gestalt der Zähne mit zwei kräftigen Seitenspitzen und einer viel kleineren Mittelspitze ist harakteristisch für die xenacanthiden Haie (Heidtke 1999, Schneider & Zajic 1994). Die verkalkte Knorpelsubstanz der Haie vom Fundpunkt Niederkirchen ist infolge hoher Temperatur eines nahen magmatischen Körpers durch Apatit-Sprossung weiß gefärbt („Weiße Haie“).

Fossil des Jahres 2010

Der Schachtelhalm-Baum aus dem Perm wurde vor ca. 290 Millionen Jahren durch einen Vulkanausbruch verschüttet. Er wurde bei Grabungen im Stadtteil Chemnitz-Hilbersdorf  2008 entdeckt und bis Ende Oktober 2009 auf eine Länge von 10 Metern freigelegt. Der Riesenschachtelhalm ist mehrfach verzweigt. Für die Paläobotanik ist er deshalb  von besonderer Bedeutung: er widerlegt die bisherige Annahme, dass diese Pflanzen im Perm nur un-verzweigt vorkamen.

Die Grabungen in Chemnitz–Hilbersdorf sollen bis September 2010 fortgesetzt werden. Bisher konnten mehr als 300 fossile Pflanzen freigelegt werden, darunter auch der Riesenschachtelhalm Arthropitys bistriata, der zum Fossil des Jahres 2010 gekürt wurde.

Der Riesenschachtelhalm ist auch in Deutschland rezent verbreitet. Er ist zwar mit dem fossilen Riesenschachtelhalm verwandt, doch handelt es sich aber um zwei völlig verschiedene Arten. Die Wuchshöhe des rezenten Riesenschachtelhalmes beträgt 1 – 2 m. Damit ist er der größte Schachtelhalm innerhalb der mittel-europäischen Flora. In der Beschreibung der nach § 20 LNatG M–V geschützten Biotope und Geotope im Wald und in dessen Umgebung findet er Erwähnung in der Vegetation des Quellbereiches. Seine Verbreitung ist in Mecklenburg–Vorpommern auf wenige Vorkommen beschränkt. Im Landkreis Müritz ist der Riesenschachtelhalm im NSG „Hellgrund“ nachgewiesen.

Fossile Funde des Riesenschachtelhalmes sind auf Grund der landschaftlichen Ent-stehungsgeschichte unseres Bundeslandes nicht zu erwarten. Als Geschiebe aus dieser Zeit sind vorrangig Vulkanite, wie z.B. Rhombenporphyre und Oslo–Ignimbrite, anzutreffen.

Fossil des Jahres 2009

Es war ein Jahrhundertfund: Der besterhaltene, fleischfressende Dinosaurier (Theropode), der jemals in Europa gefunden wurde, stammt aus jurazeitlichen Plattenkalken der Altmühltal-Region. Die neue Dinosaurier–Gattung erhielt 2006 den Namen Juravenator - Jurajäger. 

Juravenator gesellt sich zu den zahlreichen, in den letzten Jahren aus der Unterkreide von China bekannt gewordenen Theropoden, die unser Bild vom Aussehen der Dinosaurier geradezu revolutioniert haben. Der Fund von der Frankenalb kann diesen kreidezeitlichen Funden aus China durchaus Paroli bieten. Er zeigt sogar noch mineralisierte Reste der Weichteile wie etwa eine Beschuppung der Haut im Schwanzbereich.

Aufgrund seiner überragenden wissenschaftlichen Bedeutung wurde dieses auch optisch attraktive Fossil von der deutschen Paläontologischen Gesellschaft nun zum Fossil des Jahres 2009 gewählt. Juravenator ist – nach dem größten Ammoniten der Welt, der im Museum für Naturkunde in Münster ausgestellt ist – das zweite Fossil, das mit diesem Prädikat ausgezeichnet wird. 

Fossil des Jahres 2008

1887 wurde überraschend in einem Steinbruch bei Seppenrade (Kreis Coesfeld) im südlichen Münsterland, zirka 25 Kilometer südwestlich von Münster, ein Ammonit mit einem Durchmesser von 1,36 Meter entdeckt. Prof. Dr. Hermann Landois, Direktor und Gründer des damaligen Westfälischen Provinzialmuseums für Naturkunde und „Direktor der zoologischen Sektion des Westfälischen Provinzialvereins für Wissenschaft und Kunst“ in Münster glaubte, dass sich nun der größte Ammonit der Welt in Westfalen befände.

Die Versteinerung erregte in der Fachwelt großes Aufsehen - bis zum 23. Februar 1895. Landois erhielt aus Seppenrade ein Telegramm des Kaufmanns, Zoologen und Heimatforschers Theodor Nopto: „Seppenrade. Zweiter Riesenammonit gefunden. Durchmesser 1,80 m. Nopto.“ Tatsächlich hatte man im selben Steinbruch, in dem auch schon der erste Riese entdeckt worden war, ein weiteres Exemplar gefunden.

Der neue Fund ist nach wie vor der größte, der weltweit gefunden worden ist. Landois beschrieb den Neufund und gab ihm den wissenschaftlichen Namen Pachydiscus seppenradensis. Spätere Bearbeiter stellten das Fossil zur Gattung Parapuzosia, so dass er heute Parapuzosia seppenradensis heißt.

Bei der Bergung brach das Fossil in sieben Teile, die später wieder zusammengefügt wurden. Landois erwarb den Ammoniten für 125 Goldmark für das Provinzialmuseum und ließ ihn am 8. März 1895 nach Münster überführen und im alten Gebäude des Naturkundemuseums an der Himmelreichallee aufstellen. Im Dezember 1980 wurde der Riesenammonit vom alten zum neuen Naturkundemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) transportiert.

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