15.12.2014

Arthropleura armata ist Fossil des Jahres 2015

Am Freitag den 12.12.2014 hat die Paläontologische Gesellschaft den Riesentausendfüßer Arthropleura armata aus dem Karbon/Perm (330 - 290 Millionen Jahre) zum "Fossils des Jahres 2015" gekürt. Die Bekanntgabe fand am Zentrum für Biodokumentation und "Gondwana - Das Praehistorium" in Schiffweiler Reden statt.

Das "Fossil des Jahres" wird bereits seit 2008 durch die Paläontologische Gesellschaft alljährlich benannt. Fossilien sind Überreste meist ausgestorbener Lebewesen, die viele Millionen Jahre alt sind und uns Einblicke in die Lebensräume und Klimabedingungen vergangener Zeiträume liefern. Zum Fossil des Jahres werden solche Funde gekürt, die von besonderer wissenschaftlicher oder publikumswirksamer Bedeutung sind, und die beispielsweise an vielen Museen zu besichtigen oder von Privatsammlern leicht zu finden sind.

Fossil des Jahres 2015 ist Arthropleura armata. Dieser Riesentausendfüßer wurde bis zu 2,50 m lang und war damit das größte jemals an Land lebende Gliedertier, das bisher gefunden wurde. Arthropleura lebte in der Zeit des Karbon (also vor über 300 Millionen Jahren), als weite Bereiche in Deutschland von dichten Urwälder überzogen waren. Aus diesen Urwäldern wurden schließlich die heutigen Steinkohlevorkommen, wie sie aus dem Saarland oder Ruhrgebiet bekannt sind.

Die ersten Funde dieses urzeitlichen Riesen wurden schon im 19 Jahrhundert im Saarland gemacht und 1853 erstmals wissenschaftlich beschrieben. Heute ist Arthropleura aus vielen europäischen und nordamerikanischen Fundstätten bekannt. Die meisten Fossilfunde beschränken sich auf einzelne Körperteile. Eine vollständige Kopfregion hat man bislang noch nicht gefunden, dennoch gehen viele Wissenschaftler davon aus, das dieser Riese ein gefährlicher Räuber in den Wäldern des Karbon war, der Amphibien und andere Beutetiere erlegt hat.

Fragmente des Panzers sind in vielen Sedimenten des Karbon und Perm zu finden. Es waren nicht zuletzt Privat-Sammler, die dazu beigetragen haben, so dass wir heute so viel über Körperbau und Lebensweise dieses außergewöhnlichen Tieres wissen. Solche Funde kann man in den entsprechenden Schichten immer noch machen, und es besteht die Hoffnung auf eine vollständig erhaltene Kopfpartie.

Originalfundstücke (oder Abgüsse) von Arthropleura armata sind in nahezu allen deutschen Museen und wissenschaftlichen Sammlungen ausgestellt bzw. als Forschungsmaterial enthalten. Eines der derzeit vollständigsten Exemplare von Arthropleura ist am ZfB in Schiffweiler Reden ausgestellt, wo auch die Bekanntgabe stattgefunden hat. Weitere Originale sind sind in der Paläontologisch-Stratigraphischen Sammlung der TU Bergakademie Freiberg, im Museum für Naturkunde Chemnitz sowie im Naturhistorischen Museum Schloss Bertholdsburg in Schleusingen zu finden. Abgüsse oder Modelle als lebensgroße Rekonstruktionen sind in Gondwana - Das Prähistorium, in der TU Bergakademie Freiberg, in den Naturkundemuseen in Augsburg, Chemnitz und Schleusingen, im Geomuseum der Technischen Universität Clausthal und am Senckenbergmuseum in Frankfurt und Dresden betrachten.

Kontakt

Paläontologische Gesellschaft e.V.
Weismüllerstr. 45
60314 Frankfurt am Main

Tel.: 069 / 403 585 77
Fax: 069 / 403 560 26
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