Fossilien üben eine besondere Faszination aus! Viele Berufspaläontologen sind selbst als Fossiliensammler oder Hobby-Paläontologen auf das Fach aufmerksam geworden und haben daher ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Die Paläontologische Gesellschaft ist bestrebt, den Kontakt von Wissenschaftlern und Berufspaläontologen zu Sammlern und Hobbypaläontologen zu pflegen und so zur gegenseitigen Bereicherung beizutragen.

Die Bedeutung der Arbeit von Hobbypaläontologen und Fossiliensammlern ist enorm. In vielen Fällen sind bedeutungsvolle wissenschaftliche Funde nicht von den Berufspaläontologen und im Zuge wissenschaftlicher Grabungskampagnen gemacht worden, sondern von Sammlern und Hobbypaläontologen. 

Auch heute etablierte Präparationsverfahren wurden oft von Hobbysammlern entwickelt. Das bekannteste Beispiel hierfür dürfte die Kunstharzeinbettung der Messelfossilien sein. Dieses Verfahren wurde zwar Anfang der 50-er Jahre des letzten Jahrhunderts in Großbritannien entwickelt, aber auf Messel von den forschenden Instituten nicht angewendet. Erst in den 1970er Jahren wurde es von Hobby-Paläontologen unabhängig erneut entdeckt und perfektioniert. Diese Präparationsmethode erlaubt überhaupt erst die intensive wissenschaftliche Auswertung der zahlreichen und hervorragend erhaltenen Wirbeltierfossilien aus der Grube Messel.

Mit dieser Rubrik möchte die Paläontologische Gesellschaft die Vernetzung von Sammlern, Hobby-Paläontologen und Wissenschaftlern fördern und unterstützen.

Messelfossilien

Urpferdchen, © Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum

Die Grube Messel bei Darmstadt ist eine der berühmtesten Fossillagerstätten weltweit. Die hier gefundenen Fossilien weisen einmalige Erhaltungszustände auf, die für die paläontologische Forschung von immenser Bedeutung sind. Die Grube Messel eine der beiden UNESCO-Weltnaturerbestätten in Deutschland.

Am Beginn des Abbaus des so genannten "Messeler Ölschiefers" ab 1859 stand der Abbau von Eisenerz und Braunkohle. Bis 1970 wurde in der Grube Messel dann "Ölschiefer" abgebaut. Der bituminöse Schwarzpelit wurde zur Gewinnung von Erdölprodukten verschwelt. Das Gestein ist im geologischen Sinne ein Tonstein und ist nicht geschiefert; es enthält neben dem hohen Bitumenanteil auch einen hohen Anteil an Wasser, was die besondere Problematik der Konservierung der darin enthaltenen Fossilien bedingt. 

Nach Einstellung des Ölschieferabbaus sollte die Grube mit Müll zu verfüllt werden. Wissenschaftler und die Bevölkerung engagierten sich gemeinsam für den Erhalt der Grube für die Forschung. Trotz vieler Einsprüche, Bürgerbegehren und Demonstrationen verhinderte aber letztlich nur ein Formfehler der Planungsbehörde 1990 die Deponie. Die letztendliche und dauerhafte Bewahrung wurde aber erst mit der Aufnahme in die Liste des UNESCO Weltnaturerbes der Menschheit am 8. Dezember 1995 erzielt.

Hobby-Paläontologen haben für die Erhaltung der Grube Messel Entscheidendes beigetragen, denn nur durch die besondere Methode der Kunstharzeinbettung wurde die Bedeutung der Messelfossilien überhaupt erst sichtbar und das Material für die Forschung zugänglich.

Kontakt

Paläontologische Gesellschaft e.V.
Weismüllerstr. 45
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Tel.: 069 / 403 585 77
Fax: 069 / 403 560 26
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